Die Betten sind abgezogen, die Koffer sind gepackt. Ich werfe einen letzten Blick in unser Zimmer und denke, dass es schön wäre, wenn wir vier uns bald wiedertreffen könnten. Irgendwie habe ich nämlich das Gefühl, kaum Zeit mit den Mädchen aus meinem Zimmer verbracht zu haben, da ich leider nur Augen für einen Jungen hatte, der es letztlich nicht wert war.
Les lits sont défaits, les valises bouclées. Je regarde une dernière fois notre chambré en me disant que ça serait sympa qu’on se revoit toutes les quatre. J’ai en quelque sorte le sentiment de ne pas avoir assez profité de mes colocataires, trop obnubilée que j’étais par un garçon qui n'en valait pas la peine.
Übrigens hat er versucht, mich noch einmal anzusprechen, aber meine Bodyguards haben ihn nicht durchgelassen. In einer Stunde werden wir uns trennen, ohne uns ausgesprochen zu haben. Aber eigentlich gibt es auch gar nichts mehr zu sagen. Natürlich ist jetzt nicht alles wieder gut, Friede, Freude, Eierkuchen, wir haben uns alle lieb – nein. Doch ich fühle mich auch nicht hilflos oder verzweifelt. Ich ärgere mich zwar, dass ich mich so habe täuschen lassen, und vor allem, dass ich Astrid nicht besser in Schutz genommen habe, aber all das wird mir eine Lehre sein.
Iris und Julien haben verstanden, dass etwas passiert ist, wahrscheinlich hat irgendwer die Geschichte ausgeplaudert, doch sie verlieren kein Wort darüber. Die Art und Weise, wie sie sich von mir verabschieden, kommt mir allerdings ziemlich übertrieben vor, als wollten sie besonders freundlich zu mir sein.
Der Bus bringt uns wieder zum Bahnhof Kempten, wieder stehen wir an den Gleisen, ein Déjà-vu holt mich ein. Der Ort ist zu unbedeutend, um in meinem Leben eine Rolle zu spielen. Erst am Bahnhof Ulm trennen sich unsere Wege wirklich, die drei Vollidioten entfernen sich endlich, in der Mitte eine strahlende Sonne, um die sich zwei kleine Planeten drehen. Einfach nur lächerlich, ich empfinde nichts als Verachtung.
Le bus nous ramène à la gare de Kempten, et nous nous retrouvons assez rapidement sur le quai, une sensation de déjà-vu m’envahit. C’est un lieu trop insignifiant pour jouer un rôle. Ce n’est qu’à la gare de Ulm que les chemins se séparent, les trois abrutis - l’astre solaire et les deux planètes qui gravitent autour de lui - s’éloignent enfin. Je les trouve définitivement ridicules et ne ressens que du mépris.
Astrid und ich steigen in Ulm in einen anderen Zug um. Als wir uns von Clara und Chloé verabschieden, fließen schon wieder Tränen. Die beiden letzten Tage waren ganz schön traurig. Wir vereinbaren, uns so schnell wie möglich wiederzusehen, vielleicht sogar bei uns in Düsseldorf, wenn unsere Eltern es erlauben. Astrid muss sich jetzt auch von Adel trennen, die Szene ist herzzerreißend. Zwischen beiden ist eine enge Freundschaft entstanden, sie werden ganz bestimmt in Kontakt bleiben und sich wiedersehen. Astrids Berlin-Tick ging uns ja schon vor der Freizeit auf den Wecker, ich möchte mir gar nicht vorstellen, was sie Mama und Papa heute Abend bei der Ankunft alles erzählen wird. Wahrscheinlich müssen sie ihr sofort eine Berlin-Fahrkarte für die nächsten Ferien reservieren.
Milan ist direkt am Freizeitheim von seinen Eltern abgeholt worden, sie waren zum Urlaub in Bayern. Es war ihm ein bisschen peinlich, aber wenigstens ist uns der Abschied nicht ganz so schwer gefallen, weil alles ganz schnell ging. Während Astrid von Berlin träumt, möchte ich unbedingt einmal nach Hamburg fahren. Jetzt, da ich Milan kenne, habe ich einen Grund mehr, in den nächsten Wochen eine Reise in die Hansestadt zu planen. Unsere Eltern werden sich freuen!
Milan est parti directement du centre où ses parents sont venus le chercher car ils étaient en vacances dans la région. Il avait un peu honte de s’échapper avant les autres, mais la séparation a été supportable car assez rapide finalement. Astrid rêve de Berlin et moi j'ai terriblement envie de visiter Hambourg depuis longtemps. Maintenant que je connais Milan, j'ai une raison de plus pour planifier une escapade dans la ville hanséatique dans les prochaines semaines. Ils vont vraiment être contents nos parents !
Wir steigen in Wagen 8 ein und setzen uns auf unsere reservierten Plätze. Wir machen es uns bequem und ziehen beide unser Handy aus der Tasche, als ein Junge mit Rucksack hereinkommt. Er hat seine Sonnenbrille in die halblangen Haare gesteckt und grüßt freundlich. Das hübsche, aber schüchterne Lächeln erkenne ich sofort wieder: Es ist Niels, ja, der Niels, an den ich in den letzten zwei Wochen immer wieder denken musste, mein Mitschüler, den sie letztes Jahr gemobbt haben und für den ich mich nicht engagiert habe. Ich lächle zurück und biete ihm an, sich auf den Platz gegenüber zu setzen. Astrid sagt kurz hallo und nimmt dann ihren Kopfhörer.
Niels erzählt, dass er gerade mit seinen Cousins eine mehrtägige Fahrradtour gemacht hat. Er sieht erholt aus, es scheint ihm sehr gut zu gehen. Er fragt, wo wir waren und was wir gemacht haben. Ich resümiere kurz unsere Allgäu-Freizeit. Paul erwähne ich mit keiner Silbe, als würde er gar nicht existieren. Niels berichtet weiter von seinen ersten Ferientagen, es macht Spaß ihm zuzuhören. Es ist lustig, ich hätte nicht gedacht, dass wir uns so viel zu erzählen haben. Astrid döst mit dem Kopf am Fenster vor sich hin, während ich einen richtig netten Jungen kennenlerne. Ich freue mich, dass es mir gelingt, mich nicht weiter mit meinen Enttäuschungen aufzuhalten, sondern stattdessen diese schöne Begegnung zu genießen.
Die Rückfahrt nach Düsseldorf vergeht wie im Flug. Heute Abend rufe ich Paula an, morgen kann ich sie hoffentlich treffen. Als der Zug in den Hauptbahnhof einfährt, schicke ich ihr eine SMS. Hab dir viel zu erzählen, tippe ich und füge ein Zwinker-Smiley hinzu. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wo ich anfangen soll …
Le retour à Düsseldorf passe aussi vite que l’éclair. Ce soir, je vais appeler Paula avant de la voir, dès demain j’espère, et lorsque le train entre en gare, je lui envoie un sms « J’ai plein de trucs à te raconter » que je conclus avec un smiley clin d’œil. A ce moment-là, je ne sais pas vraiment par quoi va commencer mon récit…
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